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Erinnern wir uns: Als die evangelische Kirche einen Käufer für das Gemeindezentrum in Homberg-Süd suchte, war von der Stadtverwaltung nur zu hören „Dafür keinen Pfennig!“ Doch nachdem sich die Politiker vor Ort von CDU, SPD, FDP und Die Grünen zusammentaten, um gemeinsam für den Erhalt des Gemeindezentrums zu kämpfen, besann sich Bürgermeister Birkenkamp, schließlich stand seine Wiederwahl an. Jeder Homberger Bürger wurde schriftlich zu einer Bürgerversammlung eingeladen, wo er sich seine Wünsche für die künftige Nutzung von der Seele reden konnte. Abschließend verkündete der Bürgermeister, dass er in Kaufverhandlungen mit der ev. Kirche eingetreten sei und auch das kath. Gemeindezentrum für die Stadt erwerben werde. So gingen alle zufrieden nach Hause und Siegbert Mattner dichtete ein persönliches Dankeschön (siehe Ausgabe 8/9-2009) für den Erhalt des Gemeindezentrums in städtischer Hand.
An einem wunderschönen sonnigen Sonntag hielt Pfarrer Füsgen einen letzten Gottesdienst im Gemeindezentrum, der Bürgermeister richtete noch ein paar Worte an die Gäste und gemeinsam trugen die Gemeindemitglieder Kreuz, Kerze und Bibel zurück in die Christuskirche. Ende gut, alles gut? Nein. Inzwischen zeigt sich, dass der Kauf des Gebäudes nur im Zusammenhang mit der Kommunalwahl zu sehen ist. Schon damals haben wir an dieser Stelle kritisiert, dass die Kommune auf die Schnelle für ein Gebäude Geld ausgibt, ohne vorher sorgfältig zu prüfen, wie das Gebäude künftig genutzt werden kann und welche Kosten für Umbau und Sanierung auf die Stadt zukommen. Aber dafür war wohl vor der Wahl keine Zeit mehr. Kaum war diese vorbei, wurden Kaufverhandlungen mit der Lebenshilfe aufgenommen, deren Vorsitzender bereits auf der Bürgerversammlung Interesse an dem Gebäude bekundet hatte, allerdings war da nur von der Verwaltung und Organisation der Nutzung die Rede, auf keinen Fall vom Kauf des Gebäudes. In der Beschlussvorlage, die dem Bezirksausschuss von Homberg zur Begutachtung inzwischen zugegangen ist, teilt die Stadtverwaltung mit, dass sie das ev. Gemeindezentrum in Homberg-Süd an die Lebenshilfe weiterverkaufen will. Das widerspricht klar dem Ratsbeschluss, die beiden Kirchengrundstücke zu erwerben und ein Nutzungskonzept auszuarbeiten. Stattdessen erfahren wir aus der Beschlussvorlage, dass die Lebenshilfe sich schon einig sei mit der kath. Kirche über den Erwerb des kath. Gebäudes. Um den Homberger Politikern diesen Weiterverkauf schmackhaft zu machen, ist in der Vorlage viel die Rede von der augenblicklichen Nutzung, die durch ein neues Nutzungskonzept gewährleistet und nicht eingeschränkt werden soll. Dieses Nutzungskonzept soll allerdings erst dann beschlossen werden, nachdem der Rat dem Kauf zugestimmt hat. So etwas bezeichnet der Volksmund mit „die Katze im Sack kaufen“. Dies hätte zur Folge, dass jede Veränderung einer Nutzung durch die Homberger Bürger mit dem Eigentümer des Hauses ausgehandelt werden müsste. Bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung hatten viele Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass die Gebäude für soziale Einrichtungen genutzt werden könnten, die in unserem Dorf mit seiner alternden Bevölkerung in absehbarer Zeit in fußläufiger Entfernung dringend gebraucht würden, wie zum Beispiel eine Anlaufstelle für Gesundheitsfürsorge und –beratung, oder ein Bürgerbüro, in dem die Stadtverwaltung ihren Service ortsnah anbieten könnte. Auch durch die unmittelbare Nähe zum Schulzentrum bieten sich Nutzungen an, die wir zwar heute noch nicht absehen können, aber als Vorsorge unbedingt in die Planung der Nutzung von Grundstück und Gebäude mit einbeziehen müssen. Der Verkauf an die Lebenshilfe, mag vielleicht im Moment die Stadtkasse entlasten, aber was kommt dann? Im Übrigen ist nicht einzusehen, dass zwar die meisten anderen Stadtteile eine städt. Begegnungsstätte für ihre Bürger haben, deren Organisation in der Hand der Stadtverwaltung liegt, in Homberg dagegen ein geeignetes Gebäude verkauft werden soll. Ganz abgesehen davon, dass die Lebenshilfe zwar bereit ist, eine begrenzte Nutzung der Gebäude zu akzeptieren, die Organisation hierfür aber nicht übernehmen will. Es mag sein, dass die Lebenshilfe mit ihrem Vorsitzenden Weidenfeld guten Willens ist, alle Wünsche der Homberger nach Möglichkeit zu erfüllen, zumindest wird dies in der Beschlussvorlage beteuert, aber was kommt morgen? Ist erstmal das Haus verkauft, dann stehen die Interessen des Eigentümers an erster Stelle. „Bei der Konzepterstellung sind natürlich auch die Planungen der ‚Lebenshilfe’ so zu berücksichtigen, dass sie realisiert werden können“, heißt es in der Beschlussvorlage eindeutig. Mit anderen Worten, zuerst kommen die Interessen des Eigentümers. Das ist verständlich, so handelt jeder Hauseigentümer. Wie wenig Platz bleibt für die Nutzungswünsche der Homberger, zeigen schon die Pläne, die die Lebenshilfe in dem Gebäude realisieren will. Der Hauptverwaltungssitz soll wieder nach Ratingen verlegt und mit einer „Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft“ ein ‚Gemeindecafé’ betrieben werden. Außerdem soll das Haus genutzt werden für Betriebsversammlungen, Weihnachtsfeiern, Mitgliederversammlungen etc. Die Lebenshilfe ist eine ehrenwerte Vereinigung, die mit Sicherheit stets mit den Homberger Bürgern kooperativ zusammenarbeiten würde, aber wir müssen uns fragen, wie sieht das in fünf, zehn oder zwanzig Jahren aus? Eine Gemeinnützigkeit ließe sich durchaus wieder in das Grundbuch eintragen und auch eine Nutzung durch die Homberger Bürger. Aber würde im Streitfall die Stadtverwaltung in einem Prozess gegen die Lebenshilfe sie auch durchsetzen? Wohl kaum! Verträge in diesem Sinne wären daher nutzlos. Weiterhin müsste bei einer Rückgabeklausel wegen der Gemeinnützigkeit die Stadt das nach den Bedürfnissen der Lebenshilfe umgebaute Gebäude zurücknehmen. Da ist der Streit bezügl. des Wertes schon vorprammiert. Die Homberger haben beim Kauf ihres Hauses die Grundstücke für die Gemeindezentren über eine Umlage finanziert für Aufgaben, die dem Dorfleben zugute kommen sollen. Ein Verkauf an die Lebenshilfe würde gerade diesen Zweck eindeutig zunichte machen. Darum ist mit aller Entschiedenheit der Versuch der Stadtverwaltung, die Homberger Bürger mit dieser Beschlussvorlage zu überrumpeln, mit Nachdruck zurückzuweisen. Die Homberger Politiker veranstalten eine Bürgerversammlung am 16.3.2010 um 19 Uhr in der Aula der Christian-Morgenstern-Schule, in der die Homberger Bürger über den aktuellen Stand und über das weitere Vorgehen unterrichtet werden. Alle Homberger sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Die Redaktion
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