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Seit mittlerweile drei Generationen können sich Homberger beim Friseur Kohlhaas die Haare schneiden lassen. Begonnen hat alles im Jahre 1930, als Otto Kohlhaas, gebürtig aus Heiligenhaus, das Friseurgeschäft an der Dorfstraße eröffnete. Seine Frau Sophie stammte aus Homberg.
Am 2. Januar 1930 lief Otto Kohlhaas zusammen mit seinem Nachbarn, dem Malermeister Erich Hofsommer, nach Hubbelrath um ihr Gewerbe anzumelden. Zur damaligen Zeit war jedoch nicht nur ein Gewerbe Grundlage für den Lebensunterhalt. Otto Kohlhaas kümmerte sich nebenbei noch um das Homberger Wasserwerk und erlernte zusätzlich den Beruf des Trichinenbeschauers. Mit Sohn Erich gab es einen Nachfolger, der erst in Ratingen und später in dem familieneigenen Friseurgeschäft seine Ausbildung zum Friseur machte. Zusammen mit seiner Frau Lore übernahm er 1954 das Geschäft. Lore Kohlhaas, geb. Isenböck, stammt aus Heiligenhaus und ist ebenfalls Friseurmeisterin. Mit ihr erfuhr der Damensalon seinen Aufschwung und wurde zu einem der bekanntesten Salons im Kreis. In den 60er und 70er Jahren ging es auch mit dem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung und der Bautätigkeit in Homberg auch mit dem Friseurgeschäft bergauf. Erich und Lore Kohlhaas haben zwei Kinder, Tochter Elisabeth und ihr Sohn Stephan, die beide das Friseurhandwerk im eigenen Betrieb erlernten. Nachdem Elisabeth, die seit ihrer Heirat den Nachnahmen Rüngeler trägt, ihre Ausbildung zur Meisterin abgeschlossen hatte, studierte sie Biologie und Chemie und wurde Lehrerin in Ratingen und Mettmann. Sohn Stephan vertiefte nach seiner Ausbildung sein Wissen um die Kunst der Haargestaltung in den großen Friseursalons Europas. Er war mehrere Monate als Assistent an der renommierten Hair Academy Jingles und im Salon Trevor Sorbie in London, sowie und beim seinerzeit angesagtesten Friseur in Paris, Maurice Frank. Dort durfte Stephan Kohlhaas als junger Friseur dem damaligen Weltstar Brigitte Bardot für eine große Veranstaltung die Frisur gestalten. Stephan Kohlhaas hatte so in jungen Jahren in der Frisierkunst alle nötigen Fähigkeiten erlernt und sich damit große Anerkennung verschafft. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er beim Wella Fachstudio in Darmstadt und bei Schwarzkopf in Hamburg für Modenschauen arbeitete. Trotz des Arbeitens in den Metropolen Europas blieb Homberg für ihn immer sein Refugium. Sein Elternhaus und die Freunde waren für ihn immer das Wichtigste. Das war schon so, als er mit seinen Eltern und seiner Schwester als Kind in Duisburg auf der sechs Seen Platte mit dem Kanu oder Segelboot unterwegs war und als er für sich Flugzeugmodelle baute. Hier wurde der Wunsch geboren, selbst zu fliegen, weil es ihn faszinierte, dass sein Großvater nach dem ersten Weltkrieg in Stuttgart Flugzeuge gebaut hatte. Mit 35 Jahren besaß er dann den Flugschein und konnte mit der einer einmotorigen Maschine durch Europa fliegen. Stephan Kohlhaas machte seinen Ersatzdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr in Homberg. Sein Großvater und sein Vater waren von frühester Jugend an beim TuS Homberg im Turnen und in der Leichtathletik aktiv. Stephan Kohlhaas hat sich alles mit viel Talent und Ausdauer erarbeitet. Den Friseursalon in dem sein Großvater und seine Eltern die Kunden bedienten, hat er 1999 komplett restauriert. Seit 2008 ist er mit seiner Frau Eva in zweiter Ehe verheiratet. Eva Kohlhaas, war vor ihrer Tätigkeit als Friseurin, welche sie 2000 begann, ADTV Tanzlehrererin. Sie arbeitet heute mit im Betrieb. Der Friseurladen an der Homberger Dorfstraße ist ein echter Wohlfühlsalon. Emiliy, der Jack Russel Terrier, ist für die Kundenbetreuung zuständig. Die Mitarbeiterinnen, die alle ihre Ausbildung im Betrieb gemacht haben, sind das Kapital, denn sie leisten den Beitrag, dass die Kunden zufrieden den Salon verlassen. Hohes Arbeitsniveau und die Qualität der Produkte stehen im Vordergrund. Alle Mitarbeiter haben ein Seminar zum Erwerb des staatlich anerkannten Titels ,,Master of Haircolor“ absolviert. Natürlich nimmt man sich für die Beratung der Kunden in Bezug auf eine passende Frisur immer Zeit, denn sie ist die Vorrausetzung für die Zufriedenheit. Der Name Kohlhaas und Homberg sind aufs Engste miteinander verbunden. Hier zeigt sich, dass ein Dorf nicht einengend oder weltabgeschieden zu sein braucht, sondern eine Oase sein kann für diejenigen, die auch andere Regionen erfahren wollen. Die Kundinnen mit der weitesten Anreise kommen turnusmäßig aus Irland und Südafrika. Sie werden wissen, warum der weite Weg nach Homberg sich lohnt. Heinz Schulze
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